Stiftrennen - Achtung: Exekutive Funktionen am Steuer Schnell umsetzbar
Mit dem Stift geht es über 90 abwechslungsreiche Rennstrecken: Bahnen nachfahren, Hindernissen ausweichen und Münzen einsammeln. Fahrregeln und drei Spurbreiten machen den Schwierigkeitsgrad flexibel und trainieren nebenbei Grafomotorik, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Arbeitsgedächtnis.
Eckdaten
Fach/Fachbereich: Exekutive Funktionen / Grafomotorik
Schulstufen/n: Zyklus 1 und 2
Lehrplanbezug:
Überfachliche Kompetenzen, Personale Kompetenzen. Die Schüler*innen können sich in neuen, ungewohnten Situationen zurechtfinden, können Herausforderungen annehmen und konstruktiv damit umgehen und können sich auf eine Aufgabe konzentrieren sowie ausdauernd und diszipliniert daran arbeiten.
Umsetzung
«Stiftrennen» von Kerstin Diehl ist ein Übungsbuch, das Grafomotorik und exekutive Funktionen spielerisch fördert. Es besteht aus über 90 gezeichneten Rennstrecken, die die Kinder mit dem Stift nachfahren. Sie werden dabei selbst zu Rennfahrer*innen und müssen in der Spur bleiben, Hindernissen ausweichen oder sie überspringen und unterwegs echte Münzen einsammeln, während sie falsche auslassen. Für jedes dieser Elemente gibt es eine einfache Fahrregel, die durch ein Zeichen auf der Strecke angezeigt wird. Die Bahnen liegen in drei Spurbreiten vor. Die Regeln werden einzeln eingeführt und später zu anspruchsvolleren Kombinationen zusammengesetzt, so lässt sich der Schwierigkeitsgrad Schritt für Schritt und individuell steigern. Auf diese Weise werden Aufmerksamkeit, kognitive Flexibilität, Impulskontrolle und Arbeitsgedächtnis trainiert, ganz nebenbei und ohne dass es sich für die Kinder nach Übung anfühlt. Eine Übungssequenz dauert nur wenige Minuten und lässt sich frei in den Unterricht einbauen.
Das Prinzip ist schnell erklärt: Jedes Zeichen auf der Strecke steht für eine Fahrregel, zum Beispiel ausweichen, überspringen, eine Münze sammeln oder eine falsche Münze auslassen. Am besten beginnt man mit den breiten Spuren und wenigen Regeln und nimmt weitere erst nach und nach dazu. Ein gleichbleibender Ablauf gibt den Kindern Sicherheit und stärkt ihre Selbstständigkeit.
Vor der ersten Fahrt lohnt es sich, die Strecke gemeinsam anzuschauen, die Regeln zu benennen und die Bahn zuerst mit dem Finger abzufahren. So lernen die Kinder Verlauf und Hindernisse kennen und planen ihr Vorgehen im Voraus. Hat ein Kind eine Übung begonnen, sollte es nicht unterbrochen werden, auch wenn Fehler passieren. Die Selbstkontrolle kommt danach: Mithilfe der Regelzeichen kann das Kind die eigene Fahrt überprüfen, etwa mit Fragen wie «Was war noch mal die Regel bei diesem Zeichen? Passt das zu deiner Fahrt?».
Bei Schwierigkeiten helfen zusätzliche Bildkarten und das laute Mitsprechen der Handlungen. Verschiedene Schreibmaterialien wie Farbstift, Filzstift oder Neocolor verändern Druck und Griff und halten die Übung abwechslungsreich. Ein Folienstift auf einer laminierten Vorlage oder die Bearbeitung am Tablet reduzieren Stress, weil sich Fehler leicht korrigieren lassen. Je nach Verständnis müssen die Übungen nicht vollständig durchgeführt werden.
Als Steigerung kann man die Spur verschmälern, mehrere Fahrregeln kombinieren oder mit einer Zeitmessung einen zusätzlichen Anreiz schaffen. Wer möchte, gestaltet mit den Blankovorlagen aus dem Buch eigene Strecken. So bleibt das Material über lange Zeit einsetzbar und lässt sich an das Niveau jedes Kindes anpassen.
Material
- Buch «Stiftrennen» von Kerstin Dehl
- Verschiedene Schreibmaterialien (Farbstift, Filzstift, Neocolor usw.)
Referenzen:
Nach: Regina Beyeler, Schulische Heilpädagogin, Primarschule Bitzius Bern
Quelle: Diehl, Kerstin (2023): Stiftrennen. Achtung: Exekutive Funktionen am Steuer. Dortmund: verlag modernes lernen.