Psychoedukation
In den folgenden kurzen Videos erfahren Sie mehr über die neurologischen Zusammenhänge von ADHS.
Ablenkung
Unser Gehirn arbeitet wie ein Orchester. Der präfrontale Cortex ist der Dirigent. Er steuert unser bewusstes Verhalten, indem er andere Hirngebiete unterstützt oder hemmt. Hat er zu wenig vom Botenstoff Dopamin, ist die Steuerung eingeschränkt. Das Orchester spielt unkoordiniert und laut, das Gehirn wird mit Reizen aus verschiedenen Hirnregionen überflutet. Das Kind wird abgelenkt. Da hilft nur eins: Reize minimieren.
Merkfähigkeit
Der Hippocampus ist unsere Gedächtniszentrale. Er ist dafür zuständig, dass wir Lerninhalte dauerhaft abspeichern können. Gesteuert wird er vom präfrontalen Cortex. Bei der ADHS ist die Verbindung zum Hippocampus geschwächt. Die Merkfähigkeit ist dadurch geschwächt. Und die Gedächtniszentrale speichert vor allem Informationen, die neuronal kostengünstig sind und wenig Speicherplatz brauchen: Bilder, konkrete Anweisungen, kurze Sätze.
Tagträumen
Der präfrontale Cortex steuert unsere Aufmerksamkeit. Dazu arbeitet er eng mit dem limbischen System zusammen. Das Emotionszentrum bewertet laufend alle äusseren Reize und inneren Gedanken. Bei der ADHS hat das Stirnhirn zu wenig Power, um das Emotionszentrum zu hemmen. Die Folge: Die Gedanken wandern ab, das Tagträumen beginnt. Ausser die Aufgabe wird emotional so positiv bewertet, dass Stirnhirn und limbisches System an einem Strang ziehen.
Hyperaktivität
Bei Bewegungen kommen die Basalganglien ins Spiel. Ist jemand zappelig, unruhig und kann nicht stillsitzen, ist diese Hirnregion besonders stark aktiviert. Bei der ADHS ist dies häufig der Fall – dafür steht das H. Der stärkste Gegenspieler ist der präfrontale Cortex. Hat er die Oberhand und stimmt das Gehirn aufs Lernen ein, können die betroffenen Personen problemlos stillsitzen und sich der Aufgabe widmen. Ist dies nicht der Fall, hilft nur eins: kurz aufstehen und sich bewegen.
Vertiefung Psychoedukation
Literatur