Befragung zur Nutzung von Lehr- und Lernvideos durch Dozent*innen
Lehrvideos in der Hochschullehre: Nutzung, Bedarf und Unterstützung erfassen, um Produktion, Qualität und didaktischen Mehrwert zu optimieren.
Laufzeit: Februar 2023 – Mai 2024
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II – Berufsbildung, Sekundarstufe II – Gymnasiale Bildung, Tertiärstufe
Thema: Digital Skills & Literacy, Digital Tools
Keywords: Digitalisierte Lehrmodule
Ausgangslage
Lehr- und Lernvideos (LLVs) sind in der Hochschullehre weit verbreitet und bieten vielfältige Möglichkeiten für Wissenserwerb, Reflexion und kooperative Lernformen. Trotz der hohen Nutzung und umfangreicher Forschung fehlt bislang eine systematische Erhebung der tatsächlichen Nutzungspraxis und des Unterstützungsbedarfs von Lehrenden. Videos erfordern zeitliche und technische Ressourcen sowie digitale Kompetenzen, um didaktischen Mehrwert zu erzielen. Eine praxisnahe Datenerhebung ist daher notwendig, um bestehende Nutzungsmuster zu analysieren, den Forschungsstand zu ergänzen und Handlungsempfehlungen für die Integration von LLVs in die Lehre abzuleiten. Das Projekt adressiert diese Forschungslücke und legt die Grundlage für die Optimierung von Produktion, Unterstützung und Nutzung von LLVs.
Ziele
Ziel des Projekts war eine fundierte Bestands- und Bedarfsaufnahme zur Nutzung von Lehr- und Lernvideos durch Dozent*innen. Dabei wurden Einsatzszenarien, Videoarten, Unterstützungsbedarf und Barrierefreiheitsaspekte erfasst. Die Ergebnisse sollten als Grundlage für die Weiterentwicklung von Schulungen, Infrastruktur und Unterstützung dienen, um den Einsatz von Videos in der Hochschullehre effizienter, qualitativ hochwertiger und praxisnah zu gestalten.
Methode
Die Methode basierte auf einem Online-Fragebogen mit ca. 20 Minuten Bearbeitungszeit, der an Lehrende gerichtet war. Er erfasste qualitative und quantitative Daten zu Nutzungshäufigkeit, Videoarten, didaktischen Einsatzformen, Unterstützungsbedarf und Barrierefreiheit. Fokus lag auf selbstproduzierten oder speziell erstellten Lehrvideos; einfache Vorlesungsaufzeichnungen (Podcasts) wurden bewusst ausgeschlossen. Die Verteilung des Fragebogens erfolgte dezentral, um hohe Rücklaufquoten zu sichern. Die Daten wurden in Arbeitspaketen strukturiert ausgewertet, regelmässig abgestimmt und zentral dokumentiert, um Vernetzung und Austausch zu fördern.
Ergebnisse
Die Befragung zeigte, dass Lehrvideos in der Hochschullehre häufig eingesetzt werden, vor allem als Screencasts oder Slidecasts, da diese ohne umfangreiche Ausstattung produziert werden können. Eine Mehrheit der Dozent*innen erstellt die Videos selbst, meist mit Camtasia oder für komplexere Produktionen mit Adobe Premiere Pro, daneben wird teils auch Freeware genutzt. Unterstützungsangebote der Institutionen werden genutzt, jedoch nicht in vollem Umfang, und in offenen Kommentaren werden weitere oder spezialisierte Coachingangebote gewünscht. Barrieren bleiben hoher Produktionsaufwand, Zeitbeschränkungen und fehlende technische oder didaktische Kompetenzen. Insgesamt besteht ein klarer Bedarf an gezielter Unterstützung, Schulungen, Ressourcen und Infrastruktur, um Qualität und Effizienz zu steigern. Für detaillierte Ergebnisse sehen Sie den Abschlussbericht des Projekts.
Umgesetzte Translation
Das Projektteam stellte fest, dass die Produktion hochwertiger Lehrvideos komplex und ressourcenintensiv ist, was eine Neubewertung der bestehenden Produktionsstrategien erforderlich machte. Als Reaktion darauf wurden die Unterstützungsstrukturen erweitert: Workshops und Schulungen wurden angepasst, das Bewusstsein für vorhandene Ressourcen geschärft und zentrale Anlaufstellen für die Videoproduktion eingerichtet. Diese Massnahmen zielen darauf ab, den Zugang zu Tools, Anleitungen und Fachwissen zu vereinfachen, damit Lehrkräfte effizienter hochwertige Videos erstellen können und dabei die Richtlinien für Barrierefreiheit und Gleichberechtigung einhalten. Die Ergebnisse wurden über die Kommunikationskanäle der Einrichtungen verbreitet und in interne Entscheidungsprozesse integriert. Die beteiligten Institutionen nutzten die Ergebnisse, um ihre eigenen Strategien zu verfeinern und ihre Unterstützungsangebote entsprechend anzupassen, wodurch die nachhaltige Integration von Lehrvideos in die Hochschulbildung gefördert wurde.
Das Projekt liefert durch die systematische Erhebung der Nutzungspraxis eine empirische Grundlage für die Optimierung von Unterstützungsstrukturen im Bereich Lehr- und Lernvideos in der Hochschullehre. Die Befragung identifiziert konkrete Handlungsfelder: Dozent*innen benötigen insbesondere Unterstützung bei technisch anspruchsvolleren Produktionsformaten, praxisorientierte Schulungen zu didaktischen und technischen Aspekten sowie niederschwelligen Zugang zu Beratung und Infrastruktur. Auf institutioneller Ebene ermöglichen die erhobenen Daten eine gezielte Anpassung der Unterstützungsangebote – von der Erweiterung von Workshops über die Einrichtung zentraler Anlaufstellen bis zur Bereitstellung geeigneter Tools und Ressourcen. Dadurch können Produktionsprozesse effizienter gestaltet, identifizierte Barrieren wie Zeitaufwand und fehlende Kompetenzen adressiert und die Qualität der Videos gesteigert werden. Für die Forschung schliessen die erhobenen Daten eine bestehende Lücke: Sie ergänzen den theoretischen Forschungsstand um empirische Einblicke in reale Nutzungsmuster, Bedarfe und Hemmnisse aus der Praxis.