Translation 2026
Die jährliche BeLEARN-Konferenz für die Bildung von morgen
Das war die Translation 2026
Bildung gestalten
In der inspirierenden Industriearchitektur des Campus Bernapark der Schule für Gestaltung Bern und Biel fand am 9. September 2026 die zweite Ausgabe der BeLEARN-Konferenz «Translation» statt. Über 160 Personen aus zwölf Kantonen kamen zusammen, um sich aus den Perspektiven der Bildungspraxis, Forschung, Politik, Verwaltung und der EdTech-Branche über aktuelle Fragen des digitalen Wandels in der Bildung auszutauschen.
Christina Opper, Vizedirektorin der Schule für Gestaltung Bern und Biel, Fritz Sager, Präsident von BeLEARN und Vizerektor Lehre der Universität Bern, sowie Jean-Daniel Roth, CEO von BeLEARN, eröffneten die Konferenz. Fritz Sager betonte dabei die Bedeutung BeLEARNs als verbindender Akteur, der kurze Brücken zwischen Menschen aus Bildungspraxis, Forschung, Politik, Verwaltung und Wirtschaft baut und so den direkten Austausch und die Zusammenarbeit fördert.
Lernräume mit Skepsis, Mut und Zärtlichkeit gestalten
In ihrer Keynote «Lernen mit Style.» nahm Charlotte Axelsson, Leiterin des Zentrums Digital Learning an der Pädagogischen Hochschule Zürich, die Teilnehmenden mit auf eine Gedankenreise zur Zukunft von Lernräumen. Sie zeigte auf, dass die Gestaltung digitaler Lernumgebungen weit über ästhetische Aspekte hinausgeht und einen direkten Einfluss auf das Lernen hat.
Drei Haltungen prägen ihren Blick auf die Zukunft der Bildung: Skepsis, die technologische Versprechen kritisch hinterfragt; Mut, der dazu befähigt, neue Wege zu gehen; und Zärtlichkeit, die verbindet, bewahrt und dafür sorgt, dass der «Homo digitalis», also der Mensch in einer zunehmend digitalen Welt, menschlich bleibt. Damit rückte Charlotte Axelsson nicht die Technologie, sondern den Menschen und seine Lernprozesse ins Zentrum.
Zum Abschluss des inhaltlichen Programms begrüsste der Berner Regierungsrat Reto Müller die Anwesenden. Er hob hervor, wie wichtig ein aktiver und verantwortungsvoller Umgang mit dem digitalen Wandel in der Bildung ist. Zugleich würdigte er die Rolle von BeLEARN als Institution, die unterschiedliche Akteur*innen zusammenbringt und den Austausch zwischen Forschung, Praxis, Verwaltung und Wirtschaft fördert.
Von Vibe Coding und Virtual Reality bis zu KI und Inklusion
Insgesamt boten 16 interaktive Sessions Raum, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Forschungsergebnisse einzuordnen und praxistaugliche Werkzeuge unmittelbar auszuprobieren. Die thematische Vielfalt reichte von Künstlicher Intelligenz, Virtual und Extended Reality sowie EdTech über selbstorganisiertes Lernen und smartphonefreie Schulen bis hin zu Inklusion, Co-Creation und dem Transfer von Bildungsinnovationen.
Wie niederschwellig neue Technologien zur Lösung konkreter Probleme eingesetzt werden können, zeigte beispielsweise die Session zum «Vibe Coding in der Berufsbildung ». In der Session «Inside ADHS» konnten die Teilnehmenden mithilfe einer VR-Simulation selbst erleben, wie sich typische Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsherausforderungen von Menschen mit ADHS in einer Lernsituation anfühlen können. Auch die VR-Anwendung «Viagg-io» machte das Potenzial immersiver Lernumgebungen erfahrbar: Italienischlernende reisten virtuell in die italienische Schweiz und erprobten ihre Sprachkenntnisse in realitätsnahen Gesprächssituationen.
Weitere Sessions thematisierten den Umgang mit Smartphones an Schulen, KI-gestützte Gesprächssimulationen mit «XaraEdu» sowie das Translationsmodell von BeLEARN für die Berufsbildung. Im Fokus standen dabei unterschiedliche Perspektiven aus der Schulpraxis, die Förderung kommunikativer Kompetenzen und der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in praxistaugliche Innovationen.
Ein vielfältiges Programm über Institutions- und Sprachgrenzen hinweg
Die Konferenz wurde durch Beiträge von Fachpersonen verschiedener Hochschulen und Bildungsinstitutionen ermöglicht. Mitgewirkt haben unter anderem Vertreterinnen der Universität Bern, der Berner Fachhochschule, der PHBern, der PH Zürich, der PH Luzern, des PH-Instituts NMS Bern, der EPFL und ihres Centre LEARN sowie der Fachhochschule Graubünden. Ergänzt wurden diese Perspektiven durch Beiträge von Schulen, Berufsbildungsinstitutionen wie der EB Zürich und der ICT-Berufsbildung, EdTech-Start-ups und weiteren Praxispartner*innen.
Gerade diese Vielfalt an institutionellen und fachlichen Perspektiven machte den Charakter der «Translation 2026» aus: Bildungsinnovation entsteht dort, wo unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen, gemeinsam reflektiert und in konkrete Lösungen übersetzt werden.
Das anschliessende Apéro bot Raum, die Gespräche aus den Sessions zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Die «Translation 2026» ermöglichte den Austausch über institutionelle und fachliche Grenzen hinweg sowie eine gemeinsame Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen des digitalen Wandels in der Bildung. Ganz im Sinne des Konferenzmottos wurde dabei Bildung gestaltet – und zwar gemeinsam.
Wir danken unseren Förderpartnern