PediaTrust: Ein KI-gestütztes immersives Lernsystem zur Vertrauensbildung in der pädiatrischen Ausbildung
PediaTrust verbindet VR und KI, damit medizinische Fachpersonen den Aufbau von Vertrauen bei ängstlichen Kindern in realistischen, feedbackgestützten pädiatrischen Szenarien üben können.
Dauer: 1. September 2026 bis 30. November 2027
Status: Laufend
Bildungsstufe: Sonderpädagogik; Tertiärstufe
BeLEARN-Thema: Digitale Tools; Digitale Kompetenzen
Schlagwörter: Virtuelle Realität; Schlüsselkompetenzen; Vertrauensbildung; Pädiatrie; KI
Ausgangslage
Kommunikation, Empathie, Beziehungsaufbau und Emotionsregulation sind für eine hochwertige medizinische Versorgung zentral. In klassischen Curricula lassen sie sich jedoch nur schwer vermitteln, üben und beurteilen. Lerngelegenheiten beschränken sich oft auf Beobachtung, informelles Vorbildlernen und uneinheitliche Praxiserfahrungen. Besonders in der Pädiatrie führen Angst und Unsicherheit häufig zu Widerstand und geringer Kooperation bei Untersuchungen. Das erschwert die Beurteilung und kann Diagnosen verzögern. Die emotionale Lage eines Kindes zu erkennen und darauf einzugehen, ist deshalb entscheidend, um Vertrauen und Kooperation aufzubauen und klinische Entscheidungen zu unterstützen. Trotz ihrer Bedeutung werden diese Fähigkeiten selten systematisch vermittelt. Vorlesungen, Lektüre und gelegentliche Rollenspiele bieten kaum wiederholtes, standardisiertes Üben mit Feedback. Viele junge Ärztinnen und Ärzte fühlen sich daher auf ängstliche oder nicht kooperative Kinder unzureichend vorbereitet; bei bis zu 80 Prozent der pädiatrischen Behandlungen tritt prozedurale Belastung auf. VR-Anwendungen in der medizinischen Ausbildung konzentrieren sich bislang meist auf technische Fähigkeiten. PediaTrust schliesst diese Lücke, indem es das Fear-to-Trust-Framework in ein interaktives VR-Trainingssystem überführt.
Ziele
PediaTrust entwickelt ein immersives, curricular abgestimmtes VR-Trainingsprogramm, das den Aufbau von Vertrauen bei verängstigten Kindern vermittelt. Das Projekt macht Vertrauensbildung anhand des Fear-to-Trust-Frameworks als Kompetenzmodell lehrbar, überführt dieses in ein interaktives VR-Modul mit reagierenden pädiatrischen Patientinnen und Patienten sowie Bezugspersonen und erhebt in Pilotstudien mit Medizinstudierenden, Assistenzärztinnen und -ärzten sowie jungen Ärztinnen und Ärzten erste Erkenntnisse zu Machbarkeit, Realismus und Bildungswert.
Vorgehen
Das Projekt verbindet Co-Design, VR-Entwicklung und Pilotstudien in einem iterativen Mixed-Methods-Ansatz. Fachpersonen aus Medizin und Bildung, Eltern und Kindervertretungen entwickeln gemeinsam realistische Szenarien und überführen das Fear-to-Trust-Framework in konkrete Simulationselemente. In einer Echtzeit-3D-Umgebung entsteht ein VR-Trainingsmodul mit interaktiven Avataren, emotional reagierendem Kindverhalten und KI-gestütztem Dialog mit Eltern. Interaktionen werden für Feedback und Analyse dokumentiert. Pilotstudien mit rund 20 bis 30 Medizinstudierenden und jungen Ärztinnen und Ärzten an der Universität Bern und am Inselspital untersuchen Bedienbarkeit, Realismus, Engagement und Bildungswert anhand von Vorher-Nachher-Selbsteinschätzungen, Interaktionsdaten und Interviews.
Geplante Translation
PediaTrust wird als praktische Lösung für die medizinische Aus- und Weiterbildung entwickelt. Ergebnisse sind ein VR-Trainingsmodul, ein evidenzbasiertes Rahmenmodell zur Vertrauensbildung und Pilotdaten zu Bedienbarkeit und Bildungswert. Lernende, Fachpersonen und weitere Nutzergruppen wirken bei Co-Design, Prototyping und Pilotierung mit. Gemeinsam mit der Universität Bern und dem Inselspital wird das Modul in realen Lehr- und Trainingsumgebungen erprobt und weiterentwickelt. Die Ergebnisse dienen der Integration in Kommunikationskurse und simulationsbasierten Unterricht. Der Transfer erfolgt über Workshops, Präsentationen und Fachpublikationen.
Das skalierbare VR-Tool soll die pädiatrische Kommunikation stärken und die Sicherheit im Umgang mit Angst fördern. Lernende üben, Furcht zu erkennen, Interaktionen zu regulieren und Kinder von Belastung zu Kooperation zu begleiten. Vorher-Nachher-Selbsteinschätzungen anhand einer Fear-to-Trust-Rubrik, Realismus- und Usability-Bewertungen, Interaktionsdaten und Interviews liefern erste Hinweise auf Machbarkeit und Bildungswert. Langfristig wird die Einbindung in Kommunikationscurricula und Simulationstrainings verfolgt.