Deepfake-Kompetenz-Chatbot | Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule

Ein Rahmenwerk für Deepfake-Literalitätsbildung: Forschungs- und Gestaltungsimplikationen

Den Grundstein legen für Deepfake-Kompetenz durch Forschung und Erkenntnisse von Lehrpersonen, um zukünftige KI-unterstützte Lernlösungen zu steuern.

Laufzeit: Januar 2025 – November 2025
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Sekundarstufe II – Berufsbildung, Sekundarstufe II – Gymnasiale Bildung, Tertiärstufe
Thema: Artificial Intelligence AI, Digital Skills & Literacy
Keywords: Deepfake-Kompetenz, Bildungs-Chatbot, digitale Ethik, KI in der Bildung, berufliche Weiterentwicklung von Lehrpersonen

Ausgangslage

Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht die Erstellung hochrealistischer gefälschter Videos, Bilder und Audioinhalte, sogenannter Deepfakes. Obwohl diese kreativen oder bildungsbezogenen Zwecken dienen können, stellen Deepfakes eine wachsende Bedrohung dar, indem sie Fehlinformationen verbreiten und das öffentliche Vertrauen untergraben. Lehrpersonen und Lernende begegnen KI-generierten Inhalten zunehmend, doch die meisten Lehrpersonen fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, dieses Phänomen im Unterricht zu thematisieren. Es fehlt an forschungsbasierten Ansätzen und praxistauglichen Unterrichtsmaterialien zur Förderung von Deepfake-Literalität – der Fähigkeit, KI-generierte Medien zu erkennen, zu verstehen und kritisch zu beurteilen. Dieses Projekt adressierte diese Lücke, indem es die Grundlagen für eine Deepfake-Literalitätsbildung legte. Es untersuchte, wie digitale Lernwerkzeuge wie pädagogische Chatbots das Unterrichten über Deepfakes unterstützen können, mit einem Fokus auf der Synthese von Forschungsergebnissen, der Identifikation von Unterrichtsbedürfnissen sowie der Definition pädagogischer und technologischer Prinzipien.

Ziele

Das Projekt legte eine konzeptionelle und empirische Grundlage für Deepfake-Literalität in der Bildung. Es untersuchte, wie Lehrpersonen KI-generierte Desinformation thematisieren können, identifizierte wirksame Unterrichtsstrategien und leitete Gestaltungsprinzipien für digitale Lernwerkzeuge ab. Das Ergebnis ist ein strukturiertes Rahmenwerk sowie eine Reihe konkreter Empfehlungen für die Integration von Deepfake-Literalität in die Lehrpersonenbildung und die Unterrichtspraxis.

Methode

Es wurde ein Educational-Design-Research-Ansatz angewendet, der systematische Analyse und empirische Exploration kombiniert:

  • Literaturrecherche: Analyse aktueller Forschung zu Deepfake-Literalität, KI-gestütztem Lernen und digitaler Ethik.
  • Interviews: Gespräche mit Lehrpersonen, Fachleuten der Lehrpersonenbildung und Vertreter*innen von NGOs (z.B. Campus Demokratie) zur Identifikation von Bedürfnissen, Herausforderungen und Praxisbeispielen.
  • Synthese: Integration theoretischer und empirischer Erkenntnisse in ein Rahmenwerk mit pädagogischen Prinzipien und Gestaltungsempfehlungen.
  • Dissemination: Aufbereitung und Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zur Weitergabe an die Bildungscommunity.

 

Ergebnisse

Das Projekt resultierte in einem forschungsbasierten Rahmenwerk für Deepfake-Literalität, das pädagogische Prinzipien und Gestaltungsempfehlungen für KI-gestützte Bildungswerkzeuge wie Chatbots umfasst. Die Ergebnisse bieten konkrete Orientierung für die Integration von Deepfake-bezogenen Themen in die Unterrichtspraxis und die Lehrpersonenbildung. Die enge Zusammenarbeit mit Lehrpersonen stellte die praktische Relevanz und Anwendbarkeit sicher. Die Resultate wurden mit Partnerinstitutionen wie der PHSG, der BFH und Campus Demokratie geteilt und dienen als Grundlage für künftige Weiterbildungsformate, Unterrichtsmaterialien und Forschungsprojekte im Bereich KI und digitale Ethik. Das Projekt trägt zur Stärkung der digitalen und Medienkompetenz bei, indem es das Verständnis dafür verbessert, wie Schulen und Lehrpersonenbildungsprogramme auf KI-generierte Desinformation reagieren können. Es fördert bei Lehrpersonen und Lernenden fundierte Entscheidungsfindung und kritisches Denken gegenüber KI-generierten Medien.

Umgesetzte Translation

Die Projekterkenntnisse wurden durch enge Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Akteur*innen der Lehrpersonenbildung – darunter die PHSG, die BFH und Campus Demokratie – in die Bildungspraxis überführt. Erkenntnisse aus den Interviews flossen in die Entwicklung konkreter Empfehlungen für die Vermittlung von Deepfake-Literalität und die Integration KI-bezogener Themen in den Unterricht und die Lehrpersonenausbildung ein. Das daraus entstandene Rahmenwerk unterstützt Lehrpersonen dabei, KI-generierte Desinformation zu thematisieren. Zu den geplanten nächsten Schritten gehören die Entwicklung konkreter Unterrichtsmaterialien und Weiterbildungsformate für Lehrpersonen.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Bildungspraxis, indem es ein forschungsbasiertes Rahmenwerk und praxisnahe Empfehlungen für die Vermittlung von Deepfake-Literalität und den Umgang mit KI-generierter Desinformation bereitstellt. Es unterstützt Lehrpersonen und Institutionen der Lehrpersonenbildung dabei, KI-bezogene Themen in Lehrpläne zu integrieren und kritische Medienkompetenz zu fördern. Die Wirkung zeigt sich in der Übernahme von Konzepten durch Partnerinstitutionen (z. B. PHSG, BFH, Campus Demokratie) sowie in der Verbreitung durch Publikationen. Die künftige Wirkung wird anhand der Nutzung in der Lehrpersonenausbildung, des Einsatzes der daraus abgeleiteten Materialien und der Evaluation geplanter Bildungsinterventionen – einschliesslich einer Chatbot-basierten Lernanwendung – gemessen.

Publikationen

Buchner, J., Müller, L., Ullrich, A.-L., & Wambsganss, T. (2026). Deepfakes. In G. Quenzel, E. Lehnerer, K. Meusburger, J. Ha, & A. Hachfeld (Eds.), Gemeinsam Demokratie erleben. Wie Schule aussieht, wenn Schüler:innen mehr mitbestimmen (pp. 123–124). Beltz Juventa. https://doi.org/10.3262/978-3-7799-9405-3

Projektleitung

Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Deepfake-Literalität in der Bildung
Prof. Dr. Thiemo Wambsganss Institut Digital Technology Management, BFH

Projektmitarbeit

Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Deepfake-Literalität in der Bildung
Dr. Josef Buchner Institut Digitale und Informatische Bildung, PHSG
Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Deepfake-Literalität in der Bildung
Dr. Anna-Lena Ullrich Institut Digitale und Informatische Bildung, PHSG
Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Deepfake-Literalität in der Bildung
Livia Müller Institut Digital Technology Management, BFH

Beteiligte Institutionen