Entrepreneurial Skills Training: EPFL und BFH entwickeln gemeinsam ein Serious Game im Bereich Unternehmertum
Die EPFL und die BFH entwickelten gemeinsam ein Modul für ein Serious Game im Bereich Unternehmertum für Berufslernende, das auf dem Konzept des «Productive Failure» basiert.
Laufzeit: Juni 2022 – April 2025
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Sekundarstufe II – Berufsbildung, Tertiärstufe
Thema: Digital Tools
Keywords: Digitale Lernspiele, Entrepreneurship Education
Ausgangslage
Unternehmerisches Denken und Handeln sind zentrale Kompetenzen für die Gestaltung der zukünftigen Wirtschaft und Gesellschaft, werden jedoch in der Berufsbildung in der Schweiz bislang wenig berücksichtigt. Die Initiative «Entrepreneurial Thinking and Acting at Vocational Schools in Switzerland – Economic, Social and Ethical Dimensions» (ETA) setzt hier an, indem sie unternehmerisches Denken in den allgemeinbildenden Unterricht an Berufsfachschulen integriert. Das bestehende Programm myidea nutzt reale Fallstudien, projektbasiertes Lernen und eine Dokumentation, um Lernende an unternehmerische Prozesse heranzuführen. Um die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu vertiefen und das Engagement der Lernenden zu fördern, wurde das vorliegende Projekt initiiert.
Ziele
Ziel des Projekts war es, ein modulares, szenariobasiertes Serious Game zu konzipieren, zu entwickeln und zu testen, das Berufslernenden unternehmerisches Denken vermittelt. Dieses sollte ein immersiveres und interaktiveres Lernerlebnis für Lernende bieten. Zudem wurde angestrebt, Veränderungen in unternehmerischen Kompetenzen und Problemlösungsstrategien vor und nach dem Kurs zu evaluieren.
Methode
Das Spiel wurde gemeinsam von der BFH (pädagogische Gestaltung und Inhalte) und der EPFL (Interaktionsdesign und technische Umsetzung) entwickelt. Im Zentrum stand die frühe Phase der Unternehmensgründung, wobei «Productive Failure» und Unsicherheit als zentrale Lernprinzipien integriert wurden. Das Spiel wurde im Rahmen einer Pre-Post-Studie mit Berufslernenden aus den Kantonen Bern, Solothurn, Wallis und Tessin pilotiert. Rückmeldungen aus einer ersten Testrunde flossen in eine überarbeitete zweite Version ein, in der KI-generierte Inhalte integriert wurden, um vielfältigere Lernpfade zu ermöglichen.
Ergebnisse
Das erste Testfeedback war insgesamt positiv und zeigte sowohl eine hohe Lernendenbeteiligung als auch Optimierungspotenzial auf. In der zweiten Version ermöglichte der Einsatz von KI-generierten Inhalten eine grössere Vielfalt an Szenarien und eine bessere Anpassung an unterschiedliche Lernstrategien. Eine laufende Pre-Post-Studie untersucht derzeit die Auswirkungen des Spiels auf unternehmerische Kompetenzen der Lernenden; abschliessende Evaluationsergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.
Umgesetzte Translation
Das Spielmodul ist so konzipiert, dass es in das bestehende myidea-Curriculum integriert werden kann und dort die bisherige Dokumentation ersetzt. Es bietet Lernenden ein interaktiveres und personalisiertes Lernerlebnis im Bereich Unternehmertum und stellt Lehrpersonen ein neues Instrument zur Förderung unternehmerischer Kompetenzen zur Verfügung. Die beim Spielen entstehenden Clickstream-Daten liefern Forschenden zudem wertvolle Einblicke in Lernverhalten und Strategieentwicklung.
Bei erfolgreicher Evaluation soll das Spiel fester Bestandteil des myidea-Programms werden, das durch das Swiss Center for Entrepreneurial Thinking and Acting (scETA) verbreitet wird. Es birgt das Potenzial, die Berufsbildung in der ganzen Schweiz zu bereichern, indem es jungen Lernenden einen modernen, motivierenden und didaktisch fundierten Zugang zu unternehmerischem Denken und Handeln eröffnet.