LabNet - Offener Laborverbund
«Das Rad nicht neu erfinden» und «Distanzen überwinden» sind die zwei Paradigmen, die dem geplanten, offenen Laborverbund LabNet zugrunde liegen.
Laufzeit: April 2022 – Dezember 2022
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Heil- und Sonderpädagogik, Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II – Berufsbildung, Sekundarstufe II – Gymnasiale Bildung Tertiärstufe
Thema: Digital Tools
Keywords: Labornetzwerk
Ausgangslage
Lern-Labore und insbesondere Maker-Spaces eröffnen neue Möglichkeiten für forschendes und kreatives Lernen. Gleichzeitig sind sie ressourcenintensiv: Sie benötigen spezielle Hardware und Software, eine passende Infrastruktur sowie hohe Investitionen. Der Betrieb ist aufwändig, da Einweisungen erforderlich sind und Geräte wie 3D-Drucker nur langsam arbeiten. Der Durchsatz an Nutzer*innen bleibt deshalb gering. Für Schüler*innen und Lehrpersonen bedeutet die Teilnahme zudem erheblichen organisatorischen und zeitlichen Aufwand, insbesondere ausserhalb urbaner Zentren. Diese Rahmenbedingungen erschweren den breiten und chancengleichen Zugang zu Angeboten.
Folgeprojekt
Im Folgeprojekt LabNet – Anwendungsszenarien wurde aufbauend auf LabNet untersucht, welche Erwartungen und Bedürfnisse die Nutzer*innen haben, welche neuen Szenarien durch ein LabNet entstehen und wie sich ein solches Netzwerk niederschwellig organisieren lässt.
Ziele
Das Projekt wollte mit dem Aufbau eines Labornetzwerks («LabNet») die Potenziale bestehender Lern-Labore bündeln und neue Anwendungsszenarien entwickeln. Ziel war es, Zugänge zu erleichtern, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und die Angebote über Standorte hinweg verfügbar zu machen. Im Zentrum standen drei Leitfragen: Welche Erwartungen und Bedürfnisse haben die Nutzer*innen? Welche neuen Szenarien werden durch ein LabNet möglich? Und wie lässt sich ein solches Netzwerk niederschwellig organisieren?
Methode
Das Projekt wurde als BeLEARN Boosterprojekt initiiert und von Forscher*innen der PHBern, BFH und EPFL durchgeführt. Zur Beantwortung der Kernfragen wurden explorative Ansätze verfolgt, insbesondere partizipative Workshops mit relevanten Zielgruppen. Zwei offene Workshops fanden im November 2022 statt, einer auf Französisch, einer auf Deutsch. Diskutiert wurden Erwartungen, Bedürfnisse und mögliche Organisationsformen eines LabNets. Ergänzend wurden erste Szenarien hybrider Kommunikation entwickelt, wie etwa die Übertragung laufender Geräte per Video oder der Fernzugriff auf Maker-Space-Technologien.
Ergebnisse
Die Workshops zeigten ein grosses Interesse an der Idee eines LabNets. Nutzer*innen erwarteten vor allem einen einfachen, ortsunabhängigen Zugang zu Geräten, Infrastrukturen und Expert*innen. Neue Anwendungsszenarien wurden insbesondere in hybriden oder virtuellen Settings gesehen, welche Distanzen überbrücken und die Präsenzzeit auf das Wesentliche reduzieren. Gleichzeitig wurde betont, dass ein LabNet offen gestaltet sein sollte – sowohl für verschiedene Hochschularten als auch für Schulen, Vereine und Firmen. Als Herausforderungen wurden die Koordination zwischen den Institutionen, die technische Umsetzung und die Sicherung der Qualität identifiziert. Die Diskussionen verdeutlichten auch, dass nicht alle Elemente online abbildbar sind und bestimmte Aspekte weiterhin physische Präsenz erfordern.
Umgesetzte Translation
Die Projektergebnisse wurden in einem Ergebnis-Report dokumentiert und in Workshops mit Hochschulmitarbeiter*innen, Student*innen, Lehrpersonen und weiteren Stakeholdern diskutiert. Damit floss das Wissen unmittelbar zurück in die Praxis der beteiligten Institutionen. Erste Konzepte für hybride LabNet-Angebote – wie Remote Maker-Spaces mit Videoübertragungen – wurden konkretisiert. Durch die offene Gestaltung des Projekts konnten auch Akteur*innen ausserhalb der Hochschulen, etwa aus Schulen oder Vereinen, eingebunden werden. So entstand eine Basis, um den Transfer von Forschungsergebnissen in die Bildungs- und Innovationspraxis systematisch weiterzuentwickeln.
Das Projekt hat einen wichtigen Impuls zur Vernetzung von Lern-Laboren gegeben. Es sensibilisierte für die Potenziale hybrider und verteilter Lernumgebungen und stärkte den Austausch zwischen Hochschulen und weiteren Bildungsakteur*innen. Besonders für Schulen ausserhalb von Zentren eröffnet ein LabNet Chancen auf gleichwertigen Zugang zu innovativen Lernangeboten. Damit trägt das Projekt zur Förderung der Chancengleichheit bei und legt eine Grundlage für nachhaltige Kooperationen über institutionelle und geografische Grenzen hinweg. Die im Projekt entwickelten Konzepte zeigen konkrete Wege auf, wie Ressourcen effizienter genutzt und Lernräume breiter zugänglich gemacht werden können.