Inclusive Digital Competence Framework
Entwicklung eines inklusiven digitalen Kompetenzframeworks zur Förderung der digitalen Teilhabe und Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung.
Laufzeit: Januar 2024 – Dezember 2024
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Tertiärstufe
Thema: Digital Skills & Literacy
Keywords: Digitalisierte Lehrmodule, Metakognition
Ausgangslage
Mit der fortschreitenden Digitalisierung vertieft sich die digitale Kluft in der Bevölkerung zunehmend. Besonders Menschen mit Behinderungen begegnen im digitalen Raum oft Barrieren, die schwer zu überwinden sind. Dennoch berücksichtigen bisherige digitale Kompetenzmodelle diese Bevölkerungsgruppe nicht ausreichend.
Folgeprojekt
Im Folgeprojekt AppDigCompINC werden aufbauend auf dem Vorprojekt individuelle Ausgangslagen und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen systematisch erfasst, um das Testsetting barrierefrei und fair anzupassen.
Ziele
Das Projekt «Inclusive Digital Competence Framework (DigCompINC)» zielt darauf ab, digitale Kompetenzen für Menschen mit Behinderung zu identifizieren und ein inklusives Kompetenzmodell zu entwickeln. Dieser Ansatz soll dazu beitragen, allen Menschen, unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen, einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Ressourcen und Bildungschancen zu ermöglichen.
Methode
Das Projekt baut auf die Zusammenarbeit mit Betroffenen und Expert*innen aus der Praxis, um ein umfassendes Verständnis der spezifischen Herausforderungen und Kompetenzen zu erlangen. Unter Berücksichtigung bestehender Kompetenzmodelle und der eigenen Datenerhebung werden grundlegende digitale Kompetenzen für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Informations- und Datenkompetenz, Kommunikation und Kollaboration, Erstellung von digitalen Inhalten, Sicherheit und Problemlösung für Menschen mit Behinderung definiert und identifiziert.
Ergebnisse
In der ersten Projektphase wurden digitale Kompetenzprofile für Menschen mit Behinderung entwickelt, basierend auf berufspraktischen Situationen des 1. Arbeitsmarkts. Der Prozess umfasste zwei Workshops mit Praxis- und Hochschulexpert*innen sowie ergänzende Interviews mit Betroffenen. In den Interviews wurden digitale Szenarien simuliert, um relevante Kompetenzen zu identifizieren und darauf aufbauend Lehr- und Lernangebote zu gestalten. Das mehrstufige Verfahren ermöglichte eine umfassende Erhebung aus Sicht von Stakeholdern und Betroffenen und bildete die Grundlage für DigCompINC. Die explorative Vorgehensweise führte zur Entwicklung eines eigenen Assessment-Verfahrens, das den heterogenen Ausgangslagen von Menschen mit Behinderung gerecht wird.
Umgesetzte Translation
Der DigCompINC wird an der PHBern in der Ausbildung von Menschen mit Behinderung zu Fachpersonen für Inklusion eingesetzt. In einem Folgeprojekt soll das Assessment-Verfahren, bestehend aus einer ausdifferenzierten Pre-Assessment-, auf Berufssituationen bezogenen Assessment-, sowie den Kompetenzstand messenden Evaluationsphase, weiter erprobt und auf die Anwendung grösserer Populationen skaliert werden. Das Projekt DigCompINC schliesst eine zentrale Lücke in bestehenden Kompetenzmodellen, indem es digitale Kompetenzen für Menschen mit Behinderung definiert und ein inklusives Framework entwickelt. Dadurch wird ein gleichberechtigter Zugang zu digitalen Ressourcen und Bildungschancen gefördert. Die praxisnahe Erhebung und das Assessment-Verfahren ermöglichen individuelle Kompetenzmessung und gezielte Lernangebote. Langfristig trägt das Modell zur Reduktion der digitalen Kluft bei und unterstützt die berufliche Teilhabe sowie die Skalierung auf grössere Zielgruppen.