Immersiver Unterrichtssimulator
Die Virtuelle Realität kann als Simulator dienen, in dem angehende pädagogische Fachpersonen den Umgang mit störendem Verhalten üben können.
Laufzeit: Juni 2023 – Dezember 2024
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Tertiärstufe
Thema: Digital Tools
Keywords: Virtuelle Realität für pädagogische Hochschulbildung, VR – Virtuelle Realität
Ausgangslage
Die Situation unterbrochen und gestört zu werden, während man etwas lehren oder erklären möchte, gehört in diversen pädagogischen Settings zum Alltag. Solche Störungen der Wissensvermittlung sind vielfältig: Kichern, Tuscheln, unerlaubtes sich Entfernen, gegenseitiges Schubsen, unangebrachtes nonverbales Verhalten oder Ähnliches. Wir entwickeln einen «Immersive Teaching Simulator», in dem angehende pädagogische Fachpersonen das Coping mit solchen Störungen in der Virtuellen Realität (VR) üben können.
Ziele
Mit diesem digitalen Tool werden zwei Ziele verfolgt: Erstens, angehende pädagogische Fachpersonen sollen herausfordernde Situationen mittels VR in alltagsnah simulierten pädagogischen Settings trainieren können. Das zweite Ziel ist die Untersuchung des Umgangs mit Störungen (Coping). Wie gehen Lehrpersonen mit unterschiedlichen Störungen um, und wie finden sie zu ihrer eigentlichen Aufgabe (Wissen vermitteln) nach Unterbrüchen zurück?
Methode
In einer Musikunterrichtssituation begleiteten die Student*innen mit Gitarre oder Klavier eine Liedeinführung oder ein Singprojekt. Gleichzeitig mussten sie auf Störungen im Unterricht reagieren, z. B. ein Handy klingelt, Schüler*innen bewegen sich störend, Arbeitsmittel gehen verloren. Die Simulation war in zwei Varianten vorhanden: eine klassische VR Brille mit komplett virtueller Umgebung und eine Mixed Reality Variante, bei der die Student*innen einen realen Raum über die Kamerabrille sahen und dort virtuelle Schüler*innen eingeblendet wurden, welche störendes Verhalten zeigten. Nach jeder Simulation reflektierten die Student*innen ihre Wahrnehmung: Sie wurden angehalten, zu überlegen, ob und wie sie Störungen bemerkten, wie sie gehandelt hätten, und dies anschliessend im Zusammenhang mit Klassenführung und Unterrichtsführung zu diskutieren. Die Durchführung umfasste eine Pilotstudie mit zwei Testzeitpunkten, in denen Wahrnehmungskompetenzen gemessen wurden.
Ergebnisse
Im Vergleich der beiden Testungen wurde grundsätzlich eine Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeiten der Student*innen festgestellt, das heisst: Sie bemerkten Unterrichtsstörungen nach dem Training besser als vorher. Student*innen zeigten anfangs gewisse Unsicherheit gegenüber der Technologie, allerdings legte sich diese schnell, und sie erkannten zunehmend das Potenzial des Simulators, fokussiert und gezielt Trainings Situationen durchzuführen. Weitere Ergebnisse sind ausstehend.
Umgesetzte Translation
Der «Immersive Teaching Simulator» wird an der PHBern für die Ausbildung von Lehrpersonen implementiert sowie unmittelbar durch Student*innen der PHBern und ihre Dozent*innen getestet und evaluiert.
Schwab, F. (2024). In der virtuellen Realität haben Handlungen keine dramatischen Folgen. Berner Schule, 04/2024, 14-15.
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