Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Nutzung von Lernplattformen

Nutzung von Lernplattformen für Unterricht und Zusammenarbeit in Schulen

Mit einem explorativen, qualitativen Vorgehen wird mit diesem Pilotprojekt beabsichtigt, unterschiedliche Nutzungen von Lernplattformen an Schulen zu erkunden.

Laufzeit: Februar 2022 – September 2022
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Primarstufe, Sekundarstufe I
Thema: Digital Tools
Keywords: Lernplattformen

Ausgangslage

Während der Phasen des Fernunterrichts wurden digitale Plattformen an Schulen populär. Diese bieten weit mehr als nur Kommunikationsmöglichkeiten: Sie ermöglichen eine personalisierte Bereitstellung von Lerninhalten, kollaboratives Arbeiten, individuelle Betreuung sowie die Integration von Lern-Apps. Damit unterstützen sie Unterrichtsformen, die Selbstständigkeit, Kreativität und Kooperation fördern und erweitern den Austausch auf schulischer und externer Ebene. Plattformen könnten somit zur Entwicklung einer Kultur der Digitalität beitragen. Doch trotz ihrer zunehmenden Verbreitung ist unklar, wie Schulen dieses Potenzial nutzen – insbesondere im Präsenzunterricht, bei der schulischen Zusammenarbeit und im Kontakt mit Eltern. Es fehlen fundierte Erkenntnisse darüber, wie Plattformen im Schulalltag tatsächlich eingesetzt werden und welche pädagogischen Konzepte sie unterstützen oder beeinflussen.

Ziele

Das Projekt verfolgte ein exploratives, qualitatives Ziel: Es sollte verschiedene Nutzungsweisen von Lernplattformen an Schulen erfassen und ein besseres Verständnis für deren Rolle im Unterricht und Schulalltag ermöglichen.

Methode

In einer Vorstudie wurden Expert*innen aus Verwaltung, Bildung und Plattformanbietern interviewt, um ein Grundverständnis für Nutzung und Rahmenbedingungen zu erhalten. Anschliessend wurden sechs Schulen mit intensiver Plattformnutzung und unterschiedlichen pädagogischen Profilen für Fallstudien ausgewählt. Diese beinhalteten Unterrichtsbeobachtungen, Shadowing von Lehrpersonen und Fokusgruppeninterviews mit Lehrpersonen, ICT-Verantwortlichen und Schulleitungen. Die Schulen befanden sich vorwiegend in der Sekundarstufe I in verschiedenen Deutschschweizer Kantonen. Ziel war es, unterschiedliche Nutzungsprofile und deren Verankerung in Unterrichts- und Schulkultur zu identifizieren.

Ergebnisse

Die untersuchten Schulen verfügten über standardisierte Infrastrukturen und eigene Geräte für alle Schüler*innen. Datenschutz wurde bewusst behandelt. Die Plattformnutzung begann meist vor der Pandemie, wurde danach jedoch intensiviert. Plattformen dienten vor allem als digitale Ablage, elektronische Wandtafel und Aufgabenmanager. Der Unterricht integrierte Elemente selbstorganisierten Lernens, wobei Plattformen dessen Organisation erleichterten. Schüler*innen bevorzugten häufig analoges Arbeiten, schätzten aber die digitale Materialverfügbarkeit. Lehrpersonen betonten die Balance zwischen digitalen und analogen Methoden. Die Plattformen stärkten die Zusammenarbeit im Kollegium, wobei der Grad der Verbindlichkeit variierte. Trotz scheinbar neutralem Charakter beeinflussen Plattformen durch ihre Logiken (z. B. Standardisierung, Effizienz, Kontrolle) den Unterricht. Je nach Plattform (Escola, OneNote, Google Classroom) wirkten unterschiedliche soziotechnische Dynamiken. Plattformen veränderten auch die Zusammenarbeit unter Lehrpersonen, indem sie Arbeitsteilung und Standardisierung begünstigten.

Umgesetzte Translation

Die Ergebnisse wurden in einem Online-Workshop mit beteiligten Expert*innen und Schulvertreter*innen diskutiert. Zur praxisnahen Nutzung stellte das Projekt die Erkenntnisse als Open Educational Resources unter einer Creative Commons Lizenz bereit. Das explorative Vorgehen lieferte zudem Ansatzpunkte für weiterführende Forschung. Die Studie zeigt, dass Lehrpersonen digitale Plattformen nicht passiv übernehmen, sondern aktiv an ihre pädagogischen Werte anpassen. Dies hilft Schulen zu verstehen, dass Technologie-Einführung ein ko-produktiver Prozess ist, der von den pädagogischen Überzeugungen der Lehrenden geprägt wird. Die Studie unterstreicht, dass erfolgreiche Digitalisierung von klaren pädagogischen Zielen ausgehen muss, nicht von der Technologie. Lehrpersonen behalten die Kontrolle über ihre Praxis, wenn sie Plattformen gezielt für ihre pädagogischen Absichten einsetzen.

Publikationen

Hangartner, J., Hürzeler, D., & Aebli, N. (2024). Everyday approaches to platform-mediated personalized learning in secondary schools. Learning, Media and Technology. https://doi.org/10.1080/17439884.2024.2367051

Abschlussbericht

Projektleitung

Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Nutzung von Lernplattformen
Prof. Dr. Judith Hangartner Institut für Forschung, Entwicklung und Evaluation, PHBern

Projektmitarbeit

Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Nutzung von Lernplattformen
Noemi Aebli Institut für Forschung, Entwicklung und Evaluation, PHBern
Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Nutzung von Lernplattformen
Daniel Hürzeler Institut Primarstufe, PHBern

Beteiligte Institutionen