eCoaches der Berner Hochschulen

Das eCoach-Programm der Uni Bern soll im Rahmen dieses Booster Projektes auf die beiden Berner Hochschulen PHBern und BFH ausgeweitet werden und eine Ergänzung mit für die dortigen Bedürfnisse passenden Modulen erhalten.

Abstract

Gefördert von swissuniversities ist an Der Universität Bern bereits im Februar 2020 das eCoach-Projekt zur Stärkung der digitalen Kompetenzen im Bildungsbereich gestartet. Ausgebildete Studierende konzipieren und gestalten a(ttra)ktive Szenarien der Lehre in Zusammenarbeit mit ihrer/ihrem zugeteilten Dozierenden. Das erfolgreiche eCoach-Programm soll nun im Rahmen dieses Booster Projektes auf die beiden Berner Hochschulen PHBern und BFH ausgeweitet werden und eine Ergänzung mit für die dortigen Bedürfnisse passenden Modulen erhalten. Der Bedarf an innovativen digitalen Lehr-/Lernszenarien wird an allen Hochschulen immer grösser und kann durch die Möglichkeit des eCoachings konkreter adressiert und umgesetzt werden. Die ausgebildeten eCoaches bilden ein Multiplikatorensystem zur Unterstützung und Förderung innovativer Lehre mit digitaler Technologie.

 

In der durch den Booster finanzierten, Vorprojektphase geht es in erster Linie darum, verschiedene Szenarien einer Organisationsstruktur zur effizienten und zielführenden Implementierung eines lehrebasierten eCoaching-Modells inklusive der nötigen Rahmenbedingungen zu entwerfen, und sich für eine davon zu entscheiden. Es stellt sich u.a. die Frage, ob eine ähnliche Ausbildungsform individuell an den drei Hochschulen anzubieten ist, oder ob ab einem bestimmten Zeitpunkt die auszubildenden eCoaches aller drei Hochschulen einzelne Module auch gemeinsam besuchen. Demnach sollen also die Übertragbarkeit im Sinne einer translationalen Konzeptanwendung sowie die hochschulübergreifenden Kooperationsoptionen für die Umsetzung geprüft werden.

(Zwischen-) Ergebnisse und Infos zum Projektstand

Die Forschung zeigt klar, dass die Qualität des Unterrichts von den Kompetenzen der Dozierenden abhängt und nicht nur vom Tool, das genutzt wird (u.a. Hattie, 2009), somit liegt es nahe, dass die Dozierenden bei der Verwendung der Tools Unterstützung benötigen. Um dies umzusetzen, wird im eCoach-Programm auf das Konzept des Reverse Mentoring gesetzt, welches zwar noch nicht stark im Kontext der Hochschullehre erforscht wurde, aber im Bereich der Privatwirtschaft bereits einige gute Praxisbeispiele hervorgebracht hat (u.a. Browne, 2021; Marcinkus Murphy, 2012).

 

Eine erste Evaluation des bereits erfolgreich durchgeführten eCoach-Programms an der Universität Bern hat ausserdem gezeigt, dass die Dozierenden sehr zufrieden sind, sowohl mit der Unterstützung der eCoaches, dem gesamten Programm als auch dem Resultat in ihrer eigenen Lehre. Auf diese Weise konnte festgestellt werden, dass sich das Programm insgesamt als Anstoss- und Fördergefäss für die Qualitätsentwicklung digital angereicherter Lehre eignet (Tribelhorn, Suter & Isaak, 2021).

Translation

Die Translation kann am bereits stattfindenden Transfer in der Universität Bern beschrieben werden und lässt sich später auf alle drei Hochschulen anwenden: Die Teilnehmenden Studierenden absolvieren Kurse zu E-Learning, sowie hochschuldidaktischem Hintergrundwissen und zu Beratungstechniken. Die eCoaches unterstützen anschliessend Lehrende bei der Entwicklung und Umsetzung einer neu konzipierten Lehrveranstaltung oder der Anpassung einer bereits vorhandenen Lehrveranstaltung. Zudem unterstützen sie bei Bedarf die Lehrenden während des Semesters, beispielsweise moderieren sie Onlinediskussionen oder bewirtschaften und gestalten digitale Lernumgebungen.

 

Das grundlegende E-Learning-Wissen erarbeiten sich die eCoaches in den online stattfindenden Multimedia-Lerneinheiten. Nach erfolgreichem Absolvieren der Lerneinheiten erhalten die eCoaches ein Zertifikat. An der Universität Bern werden sie während eines Jahres zu 20 % als Hilfsassistierende angestellt und können damit die am Programm teilnehmenden Lehrenden unterstützen. Die eCoaches werden anschliessend in einem zentralen Datenpool (eCoach-Pool in ILIAS) geführt und können von den unterschiedlichen Hochschuleinheiten, den Fakultäten und Departementen als eCoaches engagiert werden.

An der PH Bern können sich künftige Lehrpersonen darüber hinaus eTeaching Wissen aneignen, das sie später auch in die Schulen tragen. Auch eCoaches der BFH werden nach ihrem Studium als Multiplikator*innen für digitale Kommunikation und Kollaboration, für digitales Lehren und Lernen in ihrem Arbeitsfeld tätig sein.

 

Auf einer weiteren Ebene profitieren die beteiligten Hochschulen auch von der Translation im Sinne einer hochschulübergreifenden Konzeptanwendung und Zusammenarbeit; sie sind Nutzniessende der jeweils an anderen Hochschulen gemachten Erfahrungen und können das Ausbildungskonzept sowie das eCoach-Programm stetig weiterentwickeln. Darüber hinaus lassen sich Erfahrungen mit dem eCoach-Programm und dem geplanten Ausbaus zu einem übergreifenden Ausbildungsprogramm z.B. auch ins Umfeld der Berufsbildung übertragen, wo Auszubildende entweder in ihrem Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule als eCoaches agierten könnten.

Beteiligte Personen

Beteiligte Institutionen

Deutsch (Schweiz)