Der Bewegungskoffer: sich Bewegungen merken und abrufen Schnell umsetzbar
Diese Übung ist die bewegte Form von «Ich packe in meinen Koffer». Eine Bewegungskette wächst von Kind zu Kind, jedes wiederholt die ganze Reihe aus dem Gedächtnis und hängt eine eigene Bewegung an. Ziel ist, das Arbeitsgedächtnis über den Körper zu trainieren, das Merken und Abrufen einer wachsenden Reihenfolge. Besonders Kinder mit hohem Bewegungsdrang profitieren, weil das Merken hier über Bewegung läuft und nicht über Stillsitzen.
Eckdaten
Fach/Fachbereich: alle Fächer
Schulstufen/n: Zyklus 1 und 2
Umsetzung
Das Prinzip
Eine Bewegungskette wächst von Kind zu Kind. Jedes Kind wiederholt die ganze bisherige Reihe aus dem Gedächtnis und hängt eine eigene Bewegung an. Gemerkt wird über den Körper, nicht über Stillsitzen.
So läuft die Grundform ab
Die Klasse steht im Kreis. Ein Kind macht eine Bewegung, zum Beispiel einmal in die Hocke. Das nächste Kind wiederholt sie und fügt eine eigene an, etwa Hocke, dann klatschen. Das dritte Kind macht beide und ergänzt eine dritte. So wächst die Kette Kind um Kind. Reisst sie, beginnt sie neu, und die Klasse versucht gemeinsam, ihren eigenen Rekord zu schlagen. Es geht nicht ums Ausscheiden, sondern um die gemeinsame Länge.
So lässt es sich in den Unterricht holen
Statt beliebiger Bewegungen an ein Thema koppeln. Silben werden zu Sprüngen, eine Rechenkette mit Zwischenschritten zu einer Bewegungsfolge, Vokabeln zu passenden Gesten. So wird aus dem Gedächtnisspiel eine Lernübung, die sich ins aktuelle Thema einfügt.
So lässt es sich vertiefen
Die Reihe rückwärts abrufen, das fordert das Arbeitsgedächtnis stärker. Oder eine Regel einbauen, die unterwegs kippt, etwa jede dritte Bewegung wird still nur gedacht und nicht gezeigt, das bringt zusätzlich Inhibition ins Spiel. Später leiten Kinder die Runde selbst.
Der behutsame Rahmen
Kein Ausscheiden, ein Fehler setzt einfach die Kette zurück, damit die Freude und nicht die Blamage im Vordergrund steht. Die Ketten kurz halten und die Länge langsam steigern. Und darauf achten, dass Kinder, die sich schwerer merken, nicht ans Ende der Reihe gedrängt werden, sondern früh dran sind, wenn die Kette noch kurz ist.
Die Stolpersteine
Zu lange Ketten überfordern und frustrieren, lieber mehrere kurze Durchgänge. Ein zu hohes Tempo lässt die Bewegung schludrig werden, ruhige, klare Bewegungen tragen das Merken besser. Und die Bewegungen einfach genug wählen, damit alle mitkommen.
Material
Kein Material nötig.
Referenzen:
Nach: Selin Güler, Primarschullehrerin und Translationsmanagerin bei BeLEARN
Quelle: angelehnt an «Ich packe meinen Koffer» (Walk & Evers, 2013; fit4future und DSBG, Übungssammlung Exekutive Funktionen, 2017)