Positives Feedback

Positives Feedback wirkt stärker als allgemeines Lob. Spezifisches Feedback zeigt dem Kind, was genau wahrgenommen wurde, und macht das Verhalten wiederholbar. «Ich habe gesehen, dass du sofort angefangen hast» sagt mehr als «super».

Eckdaten

Fach/Fachbereich: alle Fächer

Schulstufen/n: Zyklus 1 und 2

 

 

Digitalisierung Bildung; KI Bildung, Digitale Bildung, Kompetenzzentrum; KI; Bildungsforschung, Schule, Positives Feedback Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI), 2026

Umsetzung

Feedback im Klassenalltag

Feedback ist eines der wirksamsten Instrumente der Lehrperson, aber nur, wenn es spezifisch, zeitnah und glaubwürdig ist. Allgemeines Lob wie «gut gemacht» oder «super» verliert schnell seine Wirkung, weil Kinder nicht verstehen, was genau sie richtig gemacht haben und es deshalb nicht wiederholen können. Spezifisches Feedback hingegen macht sichtbar, welches Verhalten oder welche Leistung wahrgenommen wurde, und stärkt gleichzeitig das Selbstbild.

Konkrete Beispiele aus dem Schulalltag:

  • «Ich habe gesehen, dass du heute sofort angefangen hast, das hat der ganzen Gruppe geholfen.»
  • «Du hast deiner Mitschüler*in erklärt, wie es geht, das ist echtes Teamwork.»
  • «Ich habe gemerkt, dass du heute ruhig geblieben bist, obwohl es laut war. Das ist gar nicht so einfach.»
  • «Du hast deine Aufgabe bis zum Schluss fertig gemacht, auch als es schwierig wurde.»
  • «Ich habe gesehen, wie du aufgeräumt hast, ohne dass ich es sagen musste.»
  • «Du hast heute eine Frage gestellt, die alle weitergebracht hat.»
  • «Ich habe bemerkt, dass du jemanden getröstet hast. Das ist etwas Besonderes.»

Dabei ist es wichtig, verschiedene Kanäle zu nutzen. Mündliches Lob vor der Klasse ist für manche Kinder motivierend, für andere jedoch unangenehm oder sogar belastend, besonders wenn sie Aufmerksamkeit als Druck erleben. Ein Post-it auf dem Pult, ein kurzer handschriftlicher Kommentar im Heft oder eine leise, persönliche Bemerkung im Vorbeigehen können genauso wirksam sein, oft sogar wirksamer, weil sie privat und direkt sind.

Wer Feedback regelmässig und bewusst variiert, erreicht mehr Kinder und sendet gleichzeitig das Signal: Ich sehe dich als Einzelperson, nicht nur als Teil der Gruppe.

Material

Kein Material nötig.

 

Referenzen:

 

Nach: Selin Güler, Primarschullehrerin und Translationsmanagerin bei BeLEARN

Quelle: Southern New Hampshire University (2020). The Power of Feedback. A Synopsis of Hattie & Timperley (2007). CC BY-SA 4.0. https://www.snhu.edu/-/media/files/pdfs/learning-resources/the-power-of-feedback.ashx  und Hattie, J. (2013). Lernen sichtbar machen. Schneider Verlag Hohengehren.