Die Klasse als Team stärken
Klassenweite Verstärkungssysteme machen sichtbar, dass gutes Verhalten nicht nur Einzelnen, sondern der ganzen Klasse nützt. Die Klasse verdient gemeinsam, und die Klasse profitiert gemeinsam. So entsteht aus einem einfachen System ein echtes Wir-Gefühl.
Eckdaten
Fach/Fachbereich: alle Fächer
Schulstufen/n: Zyklus 1 und 2
Umsetzung
Neben dem individuellen Feedback lohnt es sich, auch die ganze Klasse als Gemeinschaft zu stärken. Eine Klasse funktioniert dann gut, wenn gemeinsame Ziele nicht nur bekannt, sondern auch eingeübt sind. Zu Beginn des Schuljahres werden diese Ziele bewusst trainiert, zum Beispiel wie man ruhig in den Sitzkreis wechselt, wie man in Gruppenarbeiten zusammenarbeitet oder wie man die Pausenregeln einhält. Was zunächst geübt werden muss, wird mit der Zeit zur Routine.
Klassenweite Verstärkungssysteme wie Klassenherzen oder Klassensterne machen diesen Fortschritt sichtbar. Sie hängen im Raum und zeigen der ganzen Klasse, wie weit sie als Gemeinschaft gekommen ist. Die Klasse verdient gemeinsam ein Herz oder einen Stern, wenn sie als Gruppe etwas gut gemacht hat.
Konkrete Beispiele dafür sind:
Klassengeist Die Klasse arbeitet harmonisch zusammen, hilft sich gegenseitig, zeigt Respekt gegenüber Mitschüler*innen und Lehrpersonen und löst Konflikte friedlich und konstruktiv.
Pultbuchritual Alle nehmen täglich während der Ankommenszeit und nach der Pause ruhig und konzentriert am Leseritual teil, haben ihr Buch pünktlich bereit und stören andere dabei nicht.
Teamwork In Gruppenarbeiten und im Sportunterricht arbeiten alle konstruktiv zusammen, kommunizieren offen, unterstützen sich gegenseitig und übernehmen Verantwortung für ihren Beitrag.
Pausenregeln Alle gehen ruhig und respektvoll miteinander um, lösen Konflikte ohne Streit, gehen sorgfältig mit Geräten und Spielzeug um und hinterlassen die Pausenbereiche so, wie sie sie vorgefunden haben.
Das Ziel ist, am Ende alle Herzen oder Sterne gemeinsam zu erreichen. Ist eine bestimmte Anzahl erreicht, gibt es eine gemeinsame Belohnung. Diese kann die Lehrperson vorschlagen, aber noch wirkungsvoller ist es, wenn die Klasse die Belohnung im Klassenrat selbst per Abstimmung wählt, zum Beispiel eine Spielpause, eine Wunschaktivität oder ein gemeinsames Projekt. Das stärkt das Wir-Gefühl und macht sichtbar, dass gutes Verhalten nicht nur Einzelnen, sondern der ganzen Klasse nützt.
Solche Systeme entfalten ihre volle Wirkung, wenn die Klasse aktiv einbezogen wird. Am Ende jeder Woche schauen die Kinder gemeinsam zurück: Haben wir unsere selbst gesetzten Ziele erreicht? Was ist gut gelaufen, was wollen wir nächste Woche besser machen? Das schafft Selbstverantwortung und Transparenz, weil nicht die Lehrperson allein bewertet, sondern die Klasse gemeinsam reflektiert. So wird aus einem einfachen Verstärkungssystem ein echtes Instrument zur Gemeinschaftsbildung.
Material
Laminierte Klassenzielkarten, die gut sichtbar im Zimmer aufgehänkt werden.
Referenzen:
Nach: Selin Güler, Primarschullehrerin und Translationsmanagerin bei BeLEARN