Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung
Wer den eigenen Zustand wahrnehmen und benennen kann, legt die Grundlage für Selbstregulation. Im SEEL-Ansatz gehört das zum Schulalltag, durch kleine Rituale und eine Gesprächskultur, die Gefühlen Raum gibt.
Eckdaten
Fach/Fachbereich: alle Fächer
Schulstufen/n: Zyklus 1 und 2
Umsetzung
Im SEEL-Ansatz gilt: Wer lernt, den eigenen Zustand wahrzunehmen und zu benennen, legt die Grundlage für Selbstregulation und ein gelingendes Miteinander.
Eine kurze Morgenrunde («Wie geht es dir heute, Sonne, Wolke oder Regen?») schafft Orientierung und signalisiert, dass emotionale Zustände im Klassenzimmer Platz haben. Das klingt einfach, ist aber für viele Kinder eine echte Übung, besonders für jene, die zuhause wenig Raum für Gefühle haben.
Konkrete Ideen für den Schulalltag
• Wetterkarte an der Wandtafel: Jedes Kind steckt täglich einen Magnet auf Sonne, Wolke oder Regen.
• Emotionskarten auf dem Pult: Kinder zeigen mit einer Karte, wie sie sich fühlen, ohne es laut sagen zu müssen.
• Atemübung zum Einstieg: Drei tiefe Atemzüge gemeinsam, bevor die Lektion beginnt.
• Körper-Scan in einer Minute: «Schliess die Augen, spür in deinen Bauch, deine Schultern, deine Hände. Was nimmst du wahr?»
Bilderbücher als Gesprächsanlass
• «Der Löwe in dir» von Rachel Bright (Zyklus 1 und 2): Eine Maus entdeckt, dass wahre Stärke in der eigenen Stimme liegt. Gesprächsanlass: Wann hast du dich getraut, obwohl du Angst hattest?
• «Das Grand Hotel der Gefühle» von Lidia Brankovic (ab 4 Jahren): Verschiedene Gefühle ziehen als Gäste ein, ein humorvoller Einstieg ins Benennen von Emotionen.
• «Das Farbenmonster» von Anna Llenas (Zyklus 1): Gefühle benennen und unterscheiden.
Material
Llenas, Anna (2015): Das Farbenmonster. Velber Verlag. Bilderbuch.
Brankovic, Lidia (2023): Das Grand Hotel der Gefühle. Hatje Cantz Verlag. Bilderbuch.
Bright, Rachel (2016): Der Löwe in dir. Magellan Verlag. Bilderbuch.
Referenzen:
Nach: Selin Güler, Primarschullehrerin und Translationsmanagerin bei BeLEARN