KI-Kompetenzen für die Hochschullehre – Nutzung generativer KI-Tools
Für den effektiven Einsatz generativer KI in der Lehre sind spezifische Kompetenzen erforderlich – in diesem Projekt werden die entsprechenden Fähigkeiten entwickelt.
Laufzeit: Januar 2024 – Dezember 2024
Status: Abgeschlossen
Bildungsstufe: Tertiärstufe
Thema: Artificial Intelligence AI, Digital Skills & Literacy
Keywords: Digitale Kompetenzen, KI
Ausgangslage
Werkzeuge wie ChatGPT verändern die Art und Weise, wie wir lehren und lernen, grundlegend. Diese fortgeschrittenen Technologien haben das Potenzial, die Bildung erheblich zu verbessern – insbesondere in textbasierten Lehr- und Lernprozessen. Es ist daher zentral, solche KI-Werkzeuge in die Hochschullehre zu integrieren, um moderne Lehrmethoden zu fördern, das Lernerlebnis zu verbessern und die Effizienz des Unterrichts zu steigern. Die erfolgreiche Integration dieser Technologien ist jedoch mit Herausforderungen verbunden, da sowohl Lehrpersonen als auch Lernende über die notwendigen – bisher nicht ausreichend definierten – Kompetenzen verfügen müssen.
Ziele
Ziel unseres Projekts ist es, herauszufinden, welche Kompetenzen konkret notwendig sind, um generative KI-Werkzeuge wirksam für Lehr- und Lernzwecke einzusetzen. Unser Ziel ist die Entwicklung eines klaren Kompetenzmodells, das als Orientierungshilfe für Dozent*innen, Student*innen und Bildungseinrichtungen dient, um diese neuen Fähigkeiten gezielt zu fördern.
Methode
Nach einer ersten Literaturrecherche führten wir eine Delphi-Studie durch, um relevante Kompetenzen zu erheben und diese mit einem Expert*innenpanel zu validieren.
Ergebnisse
Das Ergebnis ist ein Kompetenzmodell, das aus praktischen Gründen auf einem etablierten Modell für (Hochschul‑)Lehrpersonen basiert (DigCompEdu, Redecker, 2017) und um spezifische Aspekte im Zusammenhang mit generativer KI ergänzt wurde – z. B. Prompting (Wissen & Fähigkeiten), Urteilsvermögen (Wissen & Fähigkeiten) sowie Kompetenzentwicklung (Haltung).
Umgesetzte Translation
Die Ergebnisse der Phasen 1 und 2 der Delphi-Studie wurden im Rahmen eines interaktiven Workshops an der ECTEL-Konferenz 2024 vorgestellt. Dabei wurden die Erkenntnisse durch Expert*innen überprüft und konkrete Schlussfolgerungen für die Hochschul- und Weiterbildungspraxis abgeleitet. Der Kurs «KI in der Lehre», der im Rahmen der hochschuldidaktischen Ausbildung an der BFH von Kerstin Denecke angeboten wird, baut einerseits auf den identifizierten Kompetenzen auf und vermittelt diese andererseits aktiv. Die Erkenntnisse fliessen zudem in das Promotionsprojekt von Isabelle Geppert (Doktorandin an der Universität Bern) ein und werden im Rahmen der Weiterbildungspraxis der Abteilung Learning and Development (LEAD) der Universität Bern unter der Leitung von André Klostermann angewendet. Die Wirkung des Projekts wurde nicht explizit gemessen. Wird das Kompetenzmodell angewendet, kann es jedoch zur Entwicklung gezielter Weiterbildungen für Lehrpersonen und Student*innen beitragen.